Run-gebundene Current Views v1

Stand: 25. August 2026

Zweck und Geltungsbereich

Current Views stellen sicher, dass öffentliche Snapshot-Lookups ausschließlich den gemeinsam qualifizierten Stand einer Datenquelle lesen. Ein sichtbarer Active Pointer, eine vorhandene Fachtabelle oder ein früher erfolgreicher Import ist dafür allein nicht ausreichend.

Der Vertrag gilt nur für bereits registrierte, qualifizierte public_display-Snapshots am Kanal public. Er verändert keine Quelldaten, Rechte, Active Pointer oder Exportfreigaben. Live-Checks, WMS-Fallbacks und Legacy-Bestände erhalten dadurch keine neue Sichtbarkeit.

Gemeinsame Snapshot-Identität

source_snapshot_runs_current öffnet höchstens den nachgewiesenen aktiven Stand einer Quelle. Gemeinsam übereinstimmen müssen:

sourceSlug|channel|sourceReleaseId|releaseKey|ingestRunId|manifestSha256

Zusätzlich verlangt die Sicht:

  1. den qualifizierten Active Release vom Typ snapshot;
  2. exakt public_display am öffentlichen Kanal;
  3. denselben Source-Slug, dieselbe Release-ID und denselben Run-Key;
  4. einen erfolgreich abgeschlossenen Importlauf;
  5. das identische Manifest, denselben Quellenstand und dieselbe positive freigegebene Zeilenzahl;
  6. bestandene Quality auf Release- und Run-Ebene; dokumentierte Warnungen bleiben zulässig;
  7. gültige zweck- und distributionsbezogene Registry-Rechte;
  8. gültige Freshness zum Zeitpunkt der Abfrage.

Fehlende, widersprüchliche oder abgelaufene Nachweise ergeben keine Zeilen. Eine laufende oder bereits qualifizierte nächste Version bleibt bis zum atomaren Pointer-Wechsel unsichtbar.

Öffentliche Quellenfamilien

Current ViewQuelleZulässiger ScopeCapability
parcel_versions_currentBEV-ParzellenGänserndorf-Pilot bev-gaenserndorf-pilot-v1point_lookup
brownfield_potential_currentBMLUK-BrachflächenÖsterreich at-national-v1potential_lookup
spartacus_v3_climate_cells_currentGeoSphere SPARTACUS v3Österreich country:AT, EPSG:3416, 1 kmreport_lookup
hochwasser_zones_currentNÖ-Hochwasser-SnapshotGF/Marchegg-Pilot gf-marchegg-v1point_lookup
erdbeben_ort_currentÖNORM-ErdbebenorteÖsterreich orte:at:oenorm-b-1998-1report_lookup
lcz_umgebung_currentLocal Climate ZonesÖsterreich umgebung:at:lcz-500mreport_lookup

Jede fachliche Sicht verlangt zusätzlich die exakte Distribution, Capability und quellenspezifische Coverage. Tabellen mit eigener Release-Spalte werden sowohl an die Release-ID als auch an die Importlauf-ID gebunden. Rein laufgebundene Snapshot-Tabellen werden über ihren eindeutig zugeordneten Lauf mit demselben aktiven Release verknüpft.

active_brownfield_potential bleibt als kompatibler Alias auf brownfield_potential_current erhalten. Dokumentierte Brachflächen-Quarantäne ist kein Importfehler: 3.705 veröffentlichte Features und 17 getrennt quarantänisierte Quellzeilen bilden einen zulässigen Stand mit passed_with_warnings. Quarantänedaten werden nicht über die Current View veröffentlicht.

Boundaries und fachliche Grenzen

  • Benachbarte BEV-Parzellen an einer gemeinsamen Geometriegrenze bleiben als zwei Kandidaten sichtbar. Der Consumer behandelt diese Mehrdeutigkeit ausdrücklich; keine Current View darf sie mit LIMIT 1 verdecken.
  • SPARTACUS v3 behält seine streng exklusiven Außengrenzen: Punkte auf der äußeren Coverage-Boundary sind outside_coverage, keine Treffer.
  • NÖ-Hochwasser bleibt auf den freigegebenen Snapshot-Piloten beschränkt. Sein WMS-Fallback ist eine andere Distribution mit eigenem Rechte- und Releasevertrag und wird durch diese Views nicht geöffnet.
  • Local Climate Zones beschreiben die Umgebung. Sie werden weder zur parzellenscharfen Messung noch zu einer neuen Bewertung oder Prognose.
  • NÖGIS-Widmung bleibt hinter #413 geschlossen. BEV-GeoJSON, PDF-Umriss und DXF besitzen einen unabhängigen Exportvertrag und sind keine Fähigkeiten dieser Public-Display-Current-Views. parcel_dxf ist über den getrennten Exportkanal release-gebunden und seit dem #412-Produktions- und Rollback-Readback aktiviert; daraus entsteht keine Fähigkeit dieser Views.

Betrieb, Indexierung und Prüfung

Alle Views laufen mit security_invoker = true; sie umgehen keine bestehenden Tabellenrechte. Ein partieller Index berücksichtigt nur abgeschlossene, erfolgreiche, release-gebundene Runs. Zusätzliche zusammengesetzte Indizes beginnen bei den Gleichheitsbedingungen source_release_id und ingest_run_id; bestehende räumliche GiST-Indizes bleiben unverändert.

Die Integrationsprüfung simuliert ausschließlich in einer isolierten PostGIS-Datenbank abgelaufene Rechte, falsche Manifeste, fehlgeschlagene Quality, Zeilenzahl- und Quellenstandsdrift, fremde Run-Keys, abgelaufene Releases, aufgeweitete Pilotgrenzen und vermischte Importläufe. Alle Fehlersimulationen werden zurückgerollt. Ein realer Pointer-Wechsel A → B → A belegt den mischungsfreien SPARTACUS-Cutover; EXPLAIN weist die tatsächlich genutzten Release-/Run-Indizes nach.

Die Architekturentscheidung steht in ADR-0051.