Nutzungsszenarien mit Kostenrahmen
Status: Live · Regelwerk noch fachlich unbestätigt (Entwurf).
Für jede Liegenschaft werden mehrere konkrete Nutzungsoptionen bewertet — z. B. Wohnnutzung (Sanierung), Photovoltaik, Gewerbe, Lager/Logistik, Co-Working, Tourismus — jeweils mit Ampel (grün/gelb/rot) und grober Kostenschätzung mit Bandbreite.
Datenquellen
Die Szenario-Engine rechnet deterministisch und ohne KI. Sie kombiniert:
- die echten Report-Daten (Widmung, Altlasten, Klima, Parzellenfläche aus BEV);
- ein kuratiertes Regelwerk in
config/(Nutzungsklassen, Ausschlüsse, Faktoren, Kostenbasis).
Kostenbasis (Stand Entwurf): ÖNORM B 1802-1:2022 + Heft 3/2025 (NÖ) + Baupreisindex. Verankerte Werte: Heft-3-Richtwerte ≈ 2.600 €/m² (normal) / 3.200 (gehoben) / 3.700 (hochwertig), BPI-Faktor 0,98, Bandbreite ±20 %.
Was hinter den Zahlen steht
Ampel-Logik
- Harte Ausschlüsse → rot. Trifft ein Kriterium zu (z. B. Widmung = Grünland bei Wohnnutzung, oder publizierte Altlast), ist das Szenario rot — mit genanntem Grund.
- Weiche Faktoren → grün/gelb. Pluspunkte (z. B. „Bauland baureif") und Minuspunkte werden gezählt. Grün nur bei ausschließlich positiven Faktoren und bekannter Widmung — sonst gelb.
- Fehlt die Widmung, kann ein Szenario nie grün werden; das wird als Faktor ausdrücklich genannt.
Risiko-Layer als weiche Faktoren. Live-Standortrisiken fließen zusätzlich als weiche „−"-Faktoren in die Ampel ein: ein Hochwasser-Abflussbereich (HQ30/HQ100), ein gelistetes Denkmal, ein strenges Schutzgebiet (Natur-/Wasserschutz, rot) oder eine rote Wildbach-/Lawinen-Zone stufen ein sonst grünes Szenario auf gelb herab — kein harter Ausschluss, sondern „machbar mit Auflagen/Einzelprüfung". Jeder Treffer erscheint je Szenario als eigener Faktor mit Begründung. Nutzungsspezifisch: Photovoltaik wird vom Hochwasser-Faktor nicht abgewertet (von einer roten WLV-Zone dagegen schon), das seltene HQ300 bleibt bewusst ungewichtet. Das Regelwerk ist config-getrieben; der Schweregrad (weich → gelb vs. hart → rot) steht noch unter fachlichem Review.
Kosten — Flächenmodell (fläche × €/m²)
Basis = Heft-3-€/m² × BPI × Nutzfläche × Szenario-Faktor
+ Komponenten (Pauschale, z. B. Heizungstausch 25.000 €;
oder %-Aufschlag, z. B. Außenanlagen 3 %)
Erwartet = Summe aller Komponenten
Spanne = Erwartet × (1 ± 20 %) → low / expected / high
Beispiel-Faktoren: Sanierung „verlorener Bauaufwand" ×0,6–0,7.
Kosten — PV-Modell (kWp × €/kWp)
kWp = Parzellenfläche/100 × kWp-pro-100m²
Ertrag kWh = kWp × spez. Ertrag (kWh/kWp)
Ertrag €/a = Ertrag kWh × Strompreis(ct) / 100
Kosten = kWp × €/kWp (Anker €1.200–1.500/kWp)
Jede Zahl wird mit ihrer Quelle/Herkunft ausgewiesen
(standard-anker, annahme, …) — der Report zeigt also nicht nur
das Ergebnis, sondern die Rechnung.
Grenzen & Ehrlichkeit
- Das Regelwerk ist ein Entwurf, fachlich noch unbestätigt
(
status: ENTWURF_UNBESTAETIGT) — jeder Report weist das aus. Sobald die fachliche Freigabe erfolgt, fällt der Hinweis ohne Code-Änderung weg. - Kritischste Annahme: die Nutzfläche (fester Referenzwert 120 m²). Aus dem Kataster (BEV/DKM) kennen wir nur die Parzellen-, nicht die Gebäudefläche — bis eine belastbare Ableitung vorliegt, ist dies ein Stellhebel mit großer Wirkung.
- Grob-Kostenschätzung — ersetzt keine Detailkalkulation durch Sachverständige/Planer.