Österreich-Adaptervertrag v1
Stand: 25. August 2026
Zweck und Geltungsbereich
Der gemeinsame Österreich-Adaptervertrag prüft öffentlich nutzbare
Datenquellen mit kleinen, eindeutig versionierten Canarys. Er gilt
ausschließlich für den bereits freigegebenen Nutzungszweck public_display,
die aktuell qualifizierte Distribution und die tatsächlich belegte regionale
Abdeckung eines aktiven Source Release.
Die öffentliche Coverage-/Rechtematrix ist das verbindliche Eingangsgate. „Neun Bundesländer dokumentiert“ bedeutet nicht, dass jede Datenquelle in allen neun Ländern verfügbar ist. Ein erfolgreiches Adapter-Harness erteilt keine neue Daten-, Lizenz-, Export- oder KI-Freigabe.
Exakte Adapteridentität
Jede Probe gehört gemeinsam und unveränderlich zu:
regionCode|sourceSlug|distributionKey|usagePurpose|capability
Zusätzlich bindet der Adapter den erwarteten öffentlichen Kanal, den konkreten Coverage-Key, die aktive Release-ID und die Pointer-Version. Ein späterer Release-Wechsel, eine gleichnamige Fremddistribution oder eine andere Fähigkeit darf keine bereits begonnene Probe nachträglich legitimieren.
Der einzige in v1 zulässige Nutzungszweck ist public_display. Export,
Rohdatenweitergabe, Grundstücksgeometrie, personenbezogene Daten, Ableitungen
für Dritte und ml_ai sind nicht Teil des Contracts.
Zulässige Matrixzustände
Eine Probe darf den Provider erst anfragen, wenn die zugehörige Matrixzelle:
availableoderavailableWithGapsausweist;- eine registrierte Quelle mit gültigem zweckbezogenem Rechtsnachweis zeigt;
- exakt die erwartete Distribution, Capability und den Kanal trägt;
- denselben qualifizierten Active Release und dessen Pointer-Version nennt;
- den erforderlichen Coverage-Key und das zugelassene Bundesland nachweist;
- gültige Freshness, bestandene Quality und einen release-gebundenen Consumer besitzt.
Die Matrixzustände gated, outsideCoverage und notConfigured bleiben
geschlossen. Ein unbekannter oder nicht implementierter Adapter, eine fehlende
Zelle, ein neuer Active Pointer und unvollständige Evidenz erzeugen keinen
alternativen Provideraufruf.
availableWithGaps erlaubt ausschließlich den ausdrücklich belegten Scope.
Bekannte Teillücken werden offengelegt; sie werden nicht zu nationaler
Vollständigkeit umgedeutet.
Nationale Quellenfamilien
| Quelle | Distribution | Capability | Coverage-Key |
|---|---|---|---|
| PVGIS | pvgis-seriescalc-sarah3 | pv_yield_estimate | country:AT |
| GeoSphere SPARTACUS v3 | spartacus-v3-1y-1km | report_lookup | country:AT |
Beide Adapter verwenden dieselben 45 bereits versionierten öffentlichen
Referenzpunkte: fünf eindeutige Standorte für jedes Bundesland AT-1 bis
AT-9. Der Korpus enthält Stadt-, Tal-, Rand- und Höhenlagen, aber keine
Privatadressen. Das Harness akzeptiert ausschließlich exakt versionierte
Punkt-IDs, Namen, Regionen und Koordinaten; ein selbst behauptetes Länderlabel
oder eingeschmuggelte Adressfelder werden nicht übernommen. PVGIS bindet
zusätzlich seinen bereits bestehenden
release-/hashgebundenen 45-Punkte-Nachweis; SPARTACUS v3 bleibt ein regionaler
Klimaindikator und keine parzellenscharfe Messung oder Prognose.
Weitere in der Matrix verfügbare Quellen wie Orthofoto oder Brachflächen erhalten durch diese Tabelle keinen generischen Provideradapter. Jede neue Quellenfamilie benötigt ihren eigenen qualifizierten Probe-Vertrag.
Koordinaten- und Länderprüfung
Ein Canary benötigt vor dem Provideraufruf:
- eine bekannte, eindeutig versionierte öffentliche Referenzpunkt-ID;
- endliche gültige Breiten- und Längengrade;
- einen ausdrücklich belegten Länderbezug
AT; - den erwarteten österreichischen Bundeslandcode;
- bei einem regionalen Piloten die Zugehörigkeit zum exakt freigegebenen Coverage-Scope.
Fremde Länder, fehlender Länderbezug, falsche Regionen, ungültige Koordinaten und Punkte außerhalb eines Piloten werden vor jeder externen Abfrage abgewiesen. Eine Rechteck-Bounding-Box beweist weder österreichisches Staatsgebiet noch die Zugehörigkeit zu einem Bundesland.
Regionale Piloten und offene Gates
Der BEV-Pilot ist auf bev-gaenserndorf-pilot-v1, point_lookup und
[16.64,48.28,16.80,48.40] beschränkt. Die voneinander getrennten
Hochwasser-Snapshot- und WMS-Piloten sind auf gf-marchegg-v1, ihren jeweils
eigenen Release und [16.55,48.18,17.07,48.55] beschränkt.
Die allgemeinen fünf niederösterreichischen Österreich-Punkte reichen für diese Teilgebiete nicht aus: Nur der öffentliche Gänserndorf-Punkt liegt im BEV-Pilot-Scope. Ein regionaler Adapter darf erst ergänzt werden, wenn fünf eigene öffentliche Referenzpunkte innerhalb des exakten Piloten mitsamt Boundary- und Außenfall qualifiziert und versioniert sind. Der aktuelle Vertrag behauptet keine bestehende Pilotanbindung.
NÖGIS-Widmung und weitere ungeklärte Distributionen bleiben hinter Issue #413
geschlossen. BEV-GeoJSON, PDF-Parzellenumriss, DXF und weitere Exportpfade
bleiben unabhängig von ihrer separaten Export-Release-Bindung aus diesem
Public-Display-Adaptervertrag ausgeschlossen. parcel_dxf ist code-seitig
release-gebunden und seit dem nachgewiesenen #412-Produktions- und
Rollback-Cutover im getrennten Exportkanal aktiviert. Das öffnet keine
Exportfähigkeit dieses Adaptervertrags. Rechte eines
Snapshot-Consumers werden nicht auf WMS, Export oder andere
Providerdistributionen übertragen.
Deterministischer Offline-Vertragstest
npm run qa:austria-adapters
Der Standardlauf verwendet ausschließlich synthetische Provenienz,
Fake-Provider und die bereits dokumentierten öffentlichen Referenzpunkte.
PVGIS und SPARTACUS v3 prüfen jeweils 45 österreichweite Punkte. Zusätzlich
prüft ein synthetischer BEV-Pilotvertrag die fünf gesondert versionierten
öffentlichen Gänserndorfer Punkte aus
scripts/data/austria-adapter-pilot-reference-points.json sowie die Grenzen
gegenüber Außenpunkten und ungeklärten NÖGIS-Quellen.
Dieser Fixture-Test aktiviert keinen produktiven Pilotadapter. Er benötigt keine Datenbank, keine Zugangsdaten und keine Internetverbindung; es gibt keinen Provideraufruf, keinen Produktionszugriff und keinen Datenimport.
Ergebnisse und Betriebsgrenzen
Das Harness unterscheidet die fachlichen Ergebnisse passed, failed,
gated, outsideCoverage und notConfigured. Eine einzelne Adapterprobe
meldet passed, failed oder outside_coverage. Ein Außenpunkt, fehlende
Abdeckung und eine blockierte Quelle werden nie als erfolgreicher Treffer
gezählt.
Der Lauf liest bestehende Nachweise und Anbieterantworten. Er importiert keine Quelldaten, verändert keine Registry-Freigabe, keinen Active Pointer und keine Coverage. Es werden keine Eigentümerdaten, privaten Adressen oder personenbezogenen Produktionsdaten angelegt.
Qualifizierte Snapshot-Consumer lesen ihre Fachzeilen zusätzlich über den run-gebundenen Current-Views-Vertrag. Dieser bindet jede sichtbare Zeile an denselben aktiven Release und genau dessen erfolgreichen Importlauf; Live-Checks, WMS-Fallbacks und Exporte bleiben davon getrennt.
Die Architekturentscheidung ist in ADR-0050 festgehalten.