Immobilienmarkt
Häuserpreise in Österreich im Vergleich zur EU: Was der Index wirklich zeigt
Statistik Austria und Eurostat zeigen: Österreichs Häuserpreisindex liegt über dem EU-27-Aggregat, ist zuletzt aber etwas langsamer gestiegen. Nationale Indizes im Vergleich – ohne Objekt- oder Bezirkswerte.
- Veröffentlicht
- 23. September 2026
- Stand
- 23. September 2026
- Geprüft am
- 23. September 2026
- Andreas Ostheimer · Verantwortlicher Schlussreview und Sichtfreigabe
- Lesezeit
- 8 Minuten

Kurzantwort
Der amtliche Häuserpreisindex für Österreich lag laut Statistik Austria im ersten Quartal 2026 bei 170,9 Punkten (Basisjahr 2015 = 100), ein Plus von 3,5 % gegenüber dem Vorjahresquartal. Eurostat führt für denselben Zeitraum einen harmonisierten österreichischen Indexwert von 172,0 Punkten (vorläufig, Flag p) und für die EU-27 insgesamt 166,6 Punkte. Österreich liegt damit über dem EU-Aggregat und ist zuletzt etwas stärker gestiegen als die EU-27 im Jahresvergleich.
Ein Index ist keine Preisauskunft. Er sagt nichts über einzelne Objekte, Bundesländer, Bezirke oder Euro-Beträge – dafür ist dieser Beitrag nicht geeignet.
Datenstand: Beide Werte wurden am 22. September 2026 über die öffentliche LandNutzen-Schnittstelle GET /api/tools/immobilienmarkt abgerufen. Diese Schnittstelle liest ausschließlich den aktiven, rechtlich geprüften Quellenstand aus price_facts_current – nie einen Live-Providerabruf ohne Freigabe.
Was der Häuserpreisindex misst – und was nicht
Der Häuserpreisindex (House Price Index, HPI) bildet die Preisentwicklung von Wohnimmobilien gegenüber einem Basisjahr ab. Basisjahr ist 2015 (Indexwert 100). Ein Wert von 170,9 bedeutet: Das durchschnittliche Preisniveau lag rechnerisch um 70,9 % über dem Stand von 2015 – nicht, dass ein bestimmtes Haus 170,9 % mehr wert wäre.
Der Index ist ein qualitätsbereinigtes Aggregat aus Transaktionsdaten. Er beantwortet nicht:
- welchen Wert ein konkretes Grundstück oder Gebäude hat,
- wie sich Preise in einem einzelnen Bundesland oder Bezirk entwickelt haben,
- welcher Quadratmeterpreis an einem bestimmten Ort realistisch ist,
- ob jetzt ein guter Zeitpunkt zum Kauf oder Verkauf ist.
Für all das gibt es in diesem Beitrag bewusst keine Zahl. Die verwendeten Quellen liefern ausschließlich einen nationalen Index für Österreich sowie ein EU-27-Aggregat als Vergleich.
Österreich im Vergleich zur EU: der Verlauf seit 2021
Die folgende Grafik zeigt den Eurostat-Häuserpreisindex für Österreich und für die EU-27 im Verlauf, jeweils Index 2015 = 100. Beide Reihen stammen aus derselben Eurostat-Erhebung (prc_hpi_q) und sind damit methodisch direkt vergleichbar.
Die Grafik ist rein illustrativ. Alle zugrunde liegenden Werte stehen in der folgenden Tabelle – das ist die vollständige, barrierefreie Quelle der Aussage, nicht die Linie:
| Periode | Österreich (Eurostat, Index 2015=100) | EU-27 (Index 2015=100) |
|---|---|---|
| 2021-Q2 | 149,1 | 136,0 |
| 2021-Q3 | 153,5 | 140,2 |
| 2021-Q4 | 157,3 | 143,2 |
| 2022-Q1 | 164,6 | 146,2 |
| 2022-Q2 | 169,4 | 149,6 |
| 2022-Q3 | 173,6 | 150,9 |
| 2022-Q4 | 166,3 | 148,7 |
| 2023-Q1 | 164,4 | 147,6 |
| 2023-Q2 | 164,7 | 148,2 |
| 2023-Q3 | 164,3 | 149,2 |
| 2023-Q4 | 161,4 | 148,9 |
| 2024-Q1 | 159,5 | 149,8 |
| 2024-Q2 | 164,3 | 152,7 |
| 2024-Q3 | 165,1 | 155,1 |
| 2024-Q4 | 163,2 | 156,2 |
| 2025-Q1 | 165,2 | 158,5 |
| 2025-Q2 | 167,0 | 161,0 |
| 2025-Q3 | 167,9 | 163,6 |
| 2025-Q4 | 169,3 | 164,7 |
| 2026-Q1 | 172,0 (vorläufig) | 166,6 |
Quelle: Eurostat, House Price Index (prc_hpi_q), abgerufen über die LandNutzen-Provenienz eurostat am 22. September 2026. Der Wert für 2026-Q1 (Österreich) trägt bei Eurostat das Flag p für vorläufig und kann bei einer späteren Veröffentlichung noch revidiert werden.
Zum Jahresvergleich (2026-Q1 gegenüber 2025-Q1): Österreich stieg laut Eurostat um 4,1 %, die EU-27 um 5,1 %. Damit war der jüngste Jahresanstieg in der EU-27 insgesamt etwas stärker als in Österreich, obwohl das österreichische Preisniveau weiterhin über dem EU-Aggregat liegt.
Zwei Quellen, zwei Zahlen: warum der AT-Wert leicht abweicht
Für Österreich stehen zwei amtliche Reihen zur Verfügung, die nicht exakt übereinstimmen:
- Statistik Austria veröffentlicht den nationalen Häuserpreisindex direkt: 170,9 Punkte für 2026-Q1.
- Eurostat veröffentlicht die Reihe für Österreich im EU-weit einheitlichen Format, vergleichbar mit anderen Mitgliedstaaten: 172,0 Punkte (vorläufig) für denselben Zeitraum.
Die Differenz von rund einem Punkt ist klein, ihre genaue Ursache haben wir nicht geprüft. Naheliegend sind unterschiedliche Veröffentlichungs- und Revisionsstände; der Eurostat-Wert für 2026-Q1 ist zudem ausdrücklich vorläufig. Beide Zahlen sind amtlich korrekt – sie beantworten nur leicht unterschiedlich präzisierte Fragen: „Wie hat sich der Preis in Österreich laut nationaler Erhebung entwickelt?“ versus „Wie steht Österreich im EU-weit harmonisierten Vergleich da?“. Für die reine Österreich-Aussage ist die Statistik-Austria-Zahl die primäre Quelle; für den EU-Vergleich ist Eurostat unverzichtbar, weil nur dort ein EU-27-Aggregat auf derselben methodischen Basis existiert.
Was dieser Beitrag bewusst ausspart
Die Österreichische Nationalbank (OeNB) veröffentlicht zusätzlich einen Fundamentalpreisindikator, der die tatsächliche Preisentwicklung mit einem Modellwert vergleicht und so eine mögliche Über- oder Unterbewertung schätzt. Diese Quelle ist für die öffentliche Anzeige auf LandNutzen aktuell nicht freigegeben und fließt deshalb in diesen Beitrag nicht ein. Das ist keine Aussage über den OeNB-Indikator selbst, sondern eine Aussage über den aktuellen Freigabestand bei LandNutzen. Das Werkzeug Immobilienmarkt-Signal zeigt den jeweils aktuellen Freigabestand aller drei Quellen, inklusive dieser Lücke.
Ebenfalls bewusst nicht Teil dieses Beitrags:
- Bundesland- oder Bezirkswerte (beide Quellen liefern ausschließlich einen nationalen Index),
- Euro-Beträge oder ein Preis pro Quadratmeter,
- eine Einschätzung, ob der aktuelle Anstieg fair bewertet, über- oder unterbewertet ist,
- eine Prognose der weiteren Entwicklung.
Reproduzierbarkeit: wie diese Zahlen entstehen
Beide Werte lesen produktionsseitig ausschließlich aus der Sicht price_facts_current, die nur Zeilen des jeweils aktiven, für die öffentliche Anzeige qualifizierten Release je Quelle liefert (Migration 0054_price_release_facts.sql, ADR-0070). Die exakte, reproduzierbare Abfrage:
SELECT source_slug, release_id, source_vintage, region_scheme, region_code,
period_code, indicator_slug, value, value_status
FROM price_facts_current
WHERE source_slug IN ('statat', 'eurostat')
AND indicator_slug IN (
'statat:ogd_hpi2015_hpi_15_1:f-hpi1',
'eurostat:hpi:total:i15_q'
)
AND region_scheme = 'COUNTRY'
AND region_code IN ('AT', 'EU27_2020')
ORDER BY source_slug, region_code, period_code ASC;
Die zitierten Werte wurden am 22. September 2026 über den öffentlichen, schreibgeschützten Endpunkt GET /api/tools/immobilienmarkt gelesen, der serverseitig dieselbe Sicht liest. Vor der Veröffentlichung am 23. September 2026 lief genau diese Abfrage direkt gegen price_facts_current: dieselben aktiven Releases, dieselben Werte. Ein Test, der die Zahlen deterministisch aus Fixture-Daten in derselben Struktur ableitet, liegt unter tests/unit/content/haeuserpreise-oesterreich-eu-vergleich.test.ts.
Quellen, Lizenz und Namensnennung
- Statistik Austria: Datenquelle: Statistik Austria - data.statistik.gv.at, Lizenz CC BY 4.0.
- Eurostat: Source: Eurostat, House price index (prc_hpi_q), https://ec.europa.eu/eurostat/databrowser/product/view/prc_hpi_q, Eurostat-Weiterverwendungsbedingungen, abgerufen am 22. September 2026.
- LandNutzen-Provenienz:
statatundeurostatbelegen den jeweils aktiven, qualifizierten Release, Quellenstand und die Coverage.
Korrekturweg
Fällt Ihnen ein Fehler oder eine überholte Zahl auf, nehmen wir Korrekturhinweise über /impressum#kontakt entgegen. Ein neuer aktiver Release bei Statistik Austria oder Eurostat, eine geänderte Lizenz oder ein korrigierter Indexwert löst vor einer erneuten Veröffentlichung einen neuen Fakten- und Schlussreview aus – genau wie bei den bereits veröffentlichten Wissensbeiträgen.
Das aktuelle Immobilienmarkt-Signal mit Quelle, Datenstand und Grenzen live ansehen
Fazit
Österreich liegt im Häuserpreisindex weiterhin über dem EU-27-Aggregat, ist im jüngsten Jahresvergleich aber etwas langsamer gestiegen als die EU insgesamt. Zwei amtliche Quellen – Statistik Austria und Eurostat – liefern dafür leicht unterschiedliche, aber jeweils korrekte Zahlen. Für Aussagen zu einzelnen Objekten, Bundesländern oder Bezirken liefert dieser Index keine Grundlage.